Mein Haus ist schwarz

Ma Maison est noire
Mina Kavani
Théâtre des Bouffes du Nord, Paris
in französischer Sprache
Von und mit:
Mina Kavani
Inszenierung:
Mina Kavani
Dramaturgie:
Maksym Teteruk
Bühnenbild:
Louise Sari
Musik:
Erik Truffaz & Murcof
Kostüme:
Anaïs Romand
Dauer
1:20h

Die Frage / The Question

Was bedeutet es, die eigene Stimme wiederzufinden, wenn sie zum Schweigen gebracht werden soll? Ma Maison est noire stellt die Frage nach Freiheit, Erinnerung und dem Recht einer Frau, über ihren eigenen Körper, ihre Geschichte und ihre Kunst selbst zu bestimmen. Das Stück verbindet persönliche Erfahrung mit der universellen Frage nach dem Platz der Frau in Gesellschaften, in denen Ausdruck und Selbstbestimmung eingeschränkt werden.

Die Geschichte / The Story

Ma Maison est noire basiert auf den Texten der iranischen Dichterin und Filmemacherin Forough Farrokhzad, einer der bedeutendsten Stimmen der iranischen Moderne. Die Schauspielerin und Regisseurin Mina Kavani schafft einen poetischen Dialog zwischen zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen: Forough Farrokhzad, deren Werk nach der Islamischen Revolution im Iran verboten wurde, und Mina Kavani selbst, die ihr Heimatland verlassen musste, um frei als Künstlerin arbeiten zu können. Gedichte, Briefe, Interviews und Bilder verbinden sich zu einer persönlichen und zugleich politischen Erzählung über Exil, Zensur, weibliche Freiheit und die Kraft der Kunst.

Die Inszenierung / The Staging

In einem eindringlichen Soloabend verbindet Mina Kavani Schauspiel, Erinnerung und poetische Bilder zu einer vielschichtigen Bühnenlandschaft. Die Inszenierung bewegt sich zwischen Theater, Konzert und visueller Erzählung. Die Musik von Erik Truffaz und Murcof schafft gemeinsam mit Video, Licht und Raum eine Atmosphäre zwischen Intimität und politischer Dringlichkeit. Die Bühne wird zu einem Ort des Widerstands: ein Raum, in dem verbotene Stimmen wieder hörbar werden und persönliche Erinnerungen eine universelle Bedeutung erhalten.

Das Ensemble / Die Künstlerin

Mina Kavani Adaptation, Regie und Schauspiel Mina Kavani ist eine iranische Schauspielerin und Regisseurin, die international für ihre Arbeit zwischen Theater und Film bekannt ist. Nach ihrem Exil in Frankreich entwickelte sie künstlerische Projekte, die sich mit Freiheit, Identität, Migration und der Rolle der Frau auseinandersetzen. Mit Ma Maison est noire widmet sie sich der poetischen und politischen Kraft von Forough Farrokhzads Werk und macht daraus eine persönliche Bühnenrede über Erinnerung und Selbstbestimmung.

Internationale Präsenz & eine besondere Verbindung: Théâtre des Bouffes du Nord und SETT Festival

Ma Maison est noire ist eine Produktion des Théâtre des Bouffes du Nord – Centre International de Créations Théâtrales, eines der bedeutendsten europäischen Theaterhäuser, gegründet und viele Jahre lang geleitet von dem legendären Theatermacher Peter Brook. Nach seiner Uraufführung wurde die Produktion auf wichtigen französischen Bühnen und Festivals gezeigt und unterstreicht damit die internationale Ausstrahlung einer Arbeit, die sich mit universellen Themen wie künstlerischer Freiheit, weiblicher Selbstbestimmung und der Kraft der Kunst gegenüber Zensur auseinandersetzt. Im Rahmen des SETT Festivals freut sich das Theater tri-bühne, das Théâtre des Bouffes du Nord einmal mehr als Gast begrüßen zu dürfen – einen der prägendsten Theaterorte Europas mit einer langen Geschichte der künstlerischen Innovation, internationaler Zusammenarbeit und der Entwicklung neuer Theaterformen. Die Verbindung zwischen dem Theater tri-bühne und dem Théâtre des Bouffes du Nord besteht bereits seit 2003, als das Theater tri-bühne erstmals eine Produktion des Pariser Theaters zu Gast hatte (»Le costume«, Inszenierung: Peter Brook). Mit der Einladung von Ma Maison est noire wird diese künstlerische Brücke weitergeführt und ein Dialog zwischen zwei Theaterinstitutionen gestärkt, die die Überzeugung teilen, dass Theater ein Ort der Begegnung, der Freiheit und des kulturellen Austauschs ist.

Der Zusammenhang/ The Context

Im Zentrum von Ma Maison est noire steht die Verbindung zwischen Kunst und politischem Bewusstsein. Forough Farrokhzad gilt bis heute als Symbol für eine Generation iranischer Frauen, die traditionelle Grenzen hinterfragte und neue Formen weiblicher Ausdruckskraft suchte. Das Stück entsteht in einem aktuellen globalen Kontext, in dem Fragen nach Zensur, Exil, Frauenrechten und Meinungsfreiheit erneut eine zentrale Rolle spielen. Für ein europäisches Festival wie SETT eröffnet die Produktion einen wichtigen Dialog über die Bedeutung von Theater als Ort der Erinnerung, des Widerstands und der Begegnung zwischen Kulturen.

In Kooperation mit dem JES! Stuttgart und dem Institut Français Stuttgart

Spielort: Junges Ensemble Stuttgart (Eberhardstr. 61a, 70173 Stuttgart)