Das Kind
Die Frage / The Question
Wer übernimmt die Verantwortung für ein Kind, wenn die ganze Welt sich weigert, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die es zur Welt bringen?
Die Story / The Story
Mit The Child schafft die vielfach ausgezeichnete iranische Dramatikerin Naghmeh Samini ein bewegendes politisches Drama, das von einem ebenso einfachen wie eindringlichen Bild ausgeht: Drei geflüchtete Frauen aus dem Irak, Afghanistan und Libyen werden an einer europäischen Grenze festgenommen – mit einem neugeborenen Kind. Jede von ihnen bestreitet, die Mutter des Babys zu sein. Während die Befragungen voranschreiten, entwickelt sich die Geschichte zu einer eindrucksvollen Allegorie über Grenzen, Verantwortung, Solidarität und die Bedeutung von Menschlichkeit.
Die Inszenierung / The Staging
The Child ist weit mehr als eine Geschichte über Flucht und Grenzen. Das Stück untersucht die Grenzen von Verantwortung, Identität und menschlicher Solidarität in einer Welt, in der menschliche Schicksale zu administrativen Vorgängen werden können. Es stellt nicht die Frage: »Wer ist schuldig?«, sondern vielmehr: »Wer ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und Mitgefühl zu zeigen?« Das Kind wird zum Symbol einer Zukunft, die alle für sich beanspruchen, die jedoch niemand wirklich zu schützen vermag.
Das Ensemble / The Cast
Das Theater tri-bühne freut sich, die Shieveh Theatre Company begrüßen zu dürfen – eine der bedeutendsten unabhängigen Theatergruppen Irans mit mehr als 25 Jahren internationaler Präsenz. Regisseurin und Gründerin Afsaneh Mahian schafft eine Inszenierung, die zugleich persönlich und universell ist.
Die vielfach ausgezeichnete Autorin Naghmeh Samini ist dafür bekannt, große politische Themen in zutiefst menschliche Geschichten zu verwandeln. Mit The Child erinnert sie daran, dass sich hinter jeder Statistik, jeder Grenze und jeder politischen Entscheidung ein Mensch verbirgt – und ein Kind, das die Welt erbt, die Erwachsene erschaffen.
Der Rahmen / The Context
In einer Zeit, in der Vertreibung, Flucht und die Suche nach Sicherheit für Millionen von Menschen zum Alltag gehören, ist The Child weit mehr als eine Geschichte über Fluchterfahrung. Das Stück verbindet poetische Sprache mit politischem Denken und erinnert daran, dass Schicksal, Nationalität und Geburtsort letztlich Zufall sind – und dass Solidarität die vielleicht wichtigste Form des Widerstands gegen Entmenschlichung bleibt.
Das Gastspiel kommt (hoffentlich) zu Stande in enger Kooperation der folgenden Beteiligten: SETT 2026, HAU Berlin, EuroScene Leipzig, TNC Barcelona, Carré-Colonnes Bordeaux.